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Holz-Beton-Verbund – ein Schlüssel zu mehr Holzbau

In der Veröffentlichung Langfristiger Trend zu größeren Gebäuden wurde auf Basis der Statistik der Baufertigstellungen gezeigt, dass a) Gebäude in Deutschland heute größer sind als noch vor 15 Jahren und b) der Holzbau gerade bei größeren Gebäuden deutlich unterrepräsentiert ist. Dies betrifft vor allem den Mehrfamilienhausbau und verschiedene Gebäudearten des Nichtwohnbaus, die heute für den Holzbau von sehr geringer Bedeutung sind.

In einem weiteren Beitrag für das Holz-Zentralblatt wird die Marktstudie “Das Marktpotenzial für Holz-Beton-Verbundkonstruktionen im Bauwesen” vorgestellt, die auf Basis von Expertengesprächen mit Architekten und Planern herausarbeitet, dass der Einsatz von Holz-Beton-Verbundkonstruktionen (HBV) bei der Erschließung dieser Marktsegmente helfen kann. Es werden Marktpotenziale für Holz-Beton-Konstruktionen auf Grundlage der amtlichen Baustatistik abgeleitet und für den Holzbau quantifiziert (Holzverwendung in m3/Umsatz in Euro).

Die Marktstudie “Das Marktpotenzial für Holz-Beton-Verbundkonstruktionen im Bauwesen” wurde für das Netzwerk Holzbau Augsburg durchgeführt und im Rahmen des Zentralen Innovationsprogramms Mittelstand (ZIM) gefördert.

Die Studie wurde auch in dem englischsprachigen Beitrag Market potentials for timber-concrete-composites in Germany’s building construction sector in der Zeitschrift European Journal of Wood and Wood Products veröffentlicht.

Zu dem Beitrag im Holz-Zentralbatt: Holz-Beton-Verbund – ein Schlüssel zu mehr Holzbau. Analyse der Marktpotenziale von Holz-Beton-Konstruktionen in Deutschland

Welchen Wert hat der Wald? Eine Antwort aus Sicht des Klimaschutzes

Die Frage „Welchen Wert hat Wald?“ diskutierten am 07.02.2017 Referentinnen und Referenten aus den Bereichen Forstwirtschaft, Naturschutz und Wissenschaft auf einer Kooperationsveranstaltung von Wald und Holz NRW, NABU NRW und der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald im Forstlichen Bildungszentrum Arnsberg.

Marcus Knauf hat mit seinem Beitrag „Bewertung der Klimaschutzleistung der Forst- und Holzwirtschaft“ eine Antwort aus Sicht des Klimaschutzes gegeben.

Weitere Informationen zu der Veranstaltung und den Vorträgen

Foto: Wald und Holz NRW

Vortrag zu Kohlenstoffbilanzen auf dem Freiburger Winterkolloquium

Flächenstilllegungen und Extensivierung – Wie können wir uns so etwas leisten? Unter diesem Titel widmete sich das 37. Freiburger Winterkolloquium Forst und Holz den möglichen Auswirkungen einer Extensivierung der Waldbewirtschaftung. Mit fast 600 Teilnehmenden war das Interesse an diesem Thema so groß, dass die Veranstaltung ins Audimax der Universität Freiburg verlegt wurde.

Marcus Knauf und Arno Frühwald haben mit ihrem Vortrag „Kohlenstoffbilanzen für Waldbau- und Holznutzungsstrategien als Instrument der Forst- und Holzwirtschaft“ vorgestellt, wie man sachgerechte forstpolitische Entscheidungen treffen kann, die den Klimaschutz im Kontext sonstiger Ansprüche an den Wald (Naturschutz, Ökonomie etc.) einbeziehen.


Prof. Dr Arno Frühwald

Der Vortrag von Marcus Knauf und Arno Frühwald:

 

Fotos (auch Beitragsbild): Professur Forstliche Verfahrenstechnik, Universität Freiburg

Langfristiger Trend zu größeren Gebäuden als Herausforderung für den Holzbau

Auf Basis der im August dieses Jahres veröffentlichten Daten des Statistischen Bundesamtes zur Bautätigkeit hat Marcus Knauf die aktuellen Entwicklungen im Baumarkt in Deutschland mit einem Fokus auf dem Holzbau analysiert. Das Volumen der Gebäude wurde dabei in die Analyse mit einbezogen; dadurch konnte gezeigt werden, dass zum einen die Gebäude heute durchchnittlich größer sind als noch vor 15 Jahren und zum anderen der Holzbau gerade bei großvolumigen Gebäuden noch deutlich unterrepräsentiert ist.

Ein eindeutiger Trend zu großvolumigeren Gebäuden lässt sich sowohl für den Mehrfamilienhausbau als auch für den Nichtwohnbau erkennen. Der Holzbau ist damit konfrontiert, für diese Herausforderung größerer Bauwerke eine Lösung zu finden. Die sehr geringen Holzbauquoten insbesondere im Mehrfamilienhausbau wie auch in verschiedenen Gebäudearten des Nichtwohnbaus deuten darauf hin, dass der Holzbau sich damit in den letzten Jahren schwergetan hat.

Die Analyse ist als Beitrag im Holz-Zentralblatt veröffentlicht worden: Langfristiger Trend zu größeren Gebäuden. Statistik der Baufertigstellungen zeigt Herausforderungen für den Holzbau

BEKLIFUH – Tool zur Analyse der Klimaschutzleistung von Forstbetrieben

Seit Ende 2014 wurde durch das Waldklimafondsprojekt „Bewertung der Klimaschutzleistungen der Forst- und Holzwirtschaft auf lokaler Ebene – BEKLIFUH“ ein Softwaretool entwickelt, mit dessen Hilfe sich die Auswirkungen der verschiedenen Waldbewirtschaftungs- und Holzverwendungsoptionen auf die CO2-Speicher- und Substitutionspotenziale von Wald und Holz untersuchen und bewerten lassen. Damit wird die Basis geschaffen, um die Klimaschutzeistungen der Forst- und Holzwirtschaft sowohl ganzheitlich als auch lokal angemessen zu berücksichtigen.

In einem Beitrag für das Holz-Zentralblatt wurde der den Ansatz und die Möglichkeiten des Projekts vorgestellt. In dem Beitrag wurden exemplarische Ergebnisse auf Basis eines Beispielbetriebs  gezeigt. Für diesen Beispielbetrieb zeigt sich, dass eine auf Holznutzung orientierte Waldbewirtschaftung langfristig vorteilhaft ist, wenn eine ganzheitliche Betrachtung und Analyse der Forst-Holz-Kette stattfindet.

Das Softwaretool wird durch den Landesbetrieb Wald und Holz Nordrhein-Westfalen nach Ende der Projektlaufzeit ab Januar 2017 verfügbar gemacht. Forstbetriebe können es kostenfrei über das Internet nutzen.

Zu dem Beitrag im Holz-Zentralblatt: Analyse der Klimaschutzleistung von Forstbetrieben. Waldklimafondsprojekt »Beklifuh« entwickelt Softwaretool zur lokalen Bewertung

Weitere Informationen zu BEKLIFUH

Vorstellung des Projekts BEKLIFUH

Am Donnerstag, 24.11.2016, wurden die Ergebnisse des Projekts „Bewertung der Klimaschutzleistungen der Forst- und Holzwirtschaft auf lokaler Ebene (kurz: BEKLIFUH)“ vor ca. 100 Teilnehmenden in Düsseldorf vorgestellt. BEKLIFUH wurde in den letzten beiden Jahren im Rahmen des Waldklimafonds gefördert. Projektpartner waren die Universität Hamburg (Weltforstwirtschaft), Knauf Consulting (Bielefeld), der Landesbetrieb Wald und Holz Nordrhein-Westfalen und der Deutsche Städte- und Gemeindebund.

In der ganztägigen Veranstaltung im Düsseldorfer Malkasten wurde am Vormittag die Rolle von Wald, nachhaltiger Forstwirtschaft und Holzverwendung im Klimawandel aus mehreren Perspektiven beleuchtet:

Als Vertreter der nordrhein-westfälischen Landesregierung sprach der Landesforstchef Hubert Kaiser (MKULNV NRW) über die Bedeutung der Forst- und Holzwirtschaft als einem Baustein der NRW-Klimaschutzpolitik. Mit dem Klimaschutzgesetz und dem nordrhein-westfälischen Klimaschutzplan, der im Dezember 2015 vom Landtag verabschiedet wurde, sieht sich NRW als Vorreiter im Klimaschutz. Hubert Kaiser stellte vor, dass die Klimaschutzleistungen der Forst- und Holzwirtschaft hierbei ein wichtiger Aspekt im Klimaschutzplan sind.

Dr. Eckhard Heuer vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) stellte den Bezug des Themas zu den internationalen Klimaverhandlungen her und arbeitete u. a. den Unterschied von der Notwendigkeit des Schutzes von Primärwäldern (zum Beispiel in den Tropen) und der Vorteilhaftigkeit des Holznutzung für den Klimaschutz in nachhaltig bewirtschafteten Wäldern heraus. Dr. Heuer präsentierte die Grundzüge des Klimaschutzplans 2050 der Bundesregierung, der bei den aktuellen Klimaverhandlungen in Marrakesch von Barbara Hendricks vorgestellt wurde. Der Klimaschutzplan würdigt (nach Überarbeitung und Anpassung des ursprünglichen Ressortentwurfs) den Beitrag der Forst- und Holzwirtschaft umfassend. Zum Abschluss gab Dr. Heuer einen Überblick über die Förderung durch den Waldklimafonds des Bundes.

Andreas Wiebe (Leiter von Wald und Holz NRW) und Bernhard Halbe (Bürgermeister der Stadt Schmallenberg und Vorsitzender des kommunalen Waldbesitzerverbandes NRW) präsentierten für ihren jeweiligen Bereich des Staatsforsts bzw. des Kommunalwalds  wichtige Aspekte des Themas Klimaschutz. Andreas Wiebe machte dabei deutlich, wie wichtig der Aspekt der Holznutzung für den Klimaschutz ist. Bernhard Halbe stellte das „Integrierte Kommunale Klimaschutz- und Klimaanpassungskonzept (IKKK)“ der Stadt Schmallenberg vor.

Dr. Marcus Knauf (Knauf Consulting) stellte als Projektkoordinator das Projekt BEKLIFUH vor und illustrierte an einem Beispielbetrieb die Möglichkeiten des Softwaretools für Forstbetriebe.

Der Vortrag von Dr. Marcus Knauf:

 

In einer Podiumsdiskussion kamen Vertreter der Forstbetriebe zu Wort (Nicole Schmalfuß, Städt. Forstamt Freiburg; Dr. Eberhard Piest, Gräflich von Spee’sche Forstbetriebe, Düsseldorf; Roland Schockemöhle, Regionalforstamt Hochstift, Bad Driburg). Mit ihnen zusammen wurde das Softwaretool in den letzten beiden Jahren entwickelt und angepasst. In der Podiumsdiskussion wurde u. a. über die Möglichkeiten gesprochen, wie das Softwaretool BEKLIFUH dazu beitragen kann, das abstrakte Thema der Klimaschutzleistung der Waldbewirtschaftung zu veranschaulichen.

Nach der Mittagspause wurde durch drei Fachvorträge das Softwaretool BEKLIFUH näher vorgestellt. Dr. Volker Mues vom Zentrum Holzwirtschaft der Universität Hamburg präsentierte die waldbauliche Simulation und Kohlenstoffberechnung mit dem Softwaretool, Dr. Marcus Knauf die Modellierung der Holzverwendung und Dr. Hans Jörg Schnellbächer zeigte die Menüführung des Tools. Die Teilnehmenden hatten die Möglichkeit mit den Referenten über ihre Fragen zu dem Tool zu diskutieren.

Das Softwaretool BEKLIFUH wird durch den Landesbetrieb Wald und Holz Nordrhein-Westfalen nach Ende der Projektlaufzeit von BEKLIFUH ab Januar 2017 verfügbar gemacht. Das Tool kann von Forstbetrieben dann kostenfrei über das Internet genutzt werden.

Weitere Informationen zu BEKLIFUH
 

Fotos (auch Beitragsbild): Wald und Holz NRW

Beschäftigung in Forst- und Holzwirtschaft stabil

Marcus Knauf und Stefan Friedrich stellen in einem Beitrag im Holz-Zentralblatt aktuelle regionale Daten zur Beschäftigung im Cluster Forst und Holz in Deutschland und dessen Entwicklung zwischen 2011 und 2015 dar.

Die Zahl der Beschäftigten des Clusters Forst und Holz ohne Druckereien und Verlage ist bundesweit zwischen 2011 und 2015 geringfügig um 0,8 % gestiegen. Der Cluster ohne Druck und Verlage hat insbesondere von der positiven Entwicklung im Holzbau und Innenausbau mit Holz (Zimmerer und Bauschreiner) profitiert.

Die Landkreise mit der bundesweit höchsten Beschäftigung im Cluster Forst und Holz ohne Druckereien und Verlage sind: der Landkreis Gütersloh (NRW; 10.105 Beschäftigte), der Landkreis Herford (NRW; 9.106 Beschäftigte), der Ortenaukreis (BW; 8.201 Beschäftigte), der Sauerlandkreis (NRW; 7.184 Beschäftigte) und die Stadt Berlin (7.115 Beschäftigte). Diese Aufzählung der TOP-5 nach der Anzahl der Beschäftigten zeigt, dass die Faktoren für einen Erfolg des Clusters Forst und Holz sehr unterschiedlich sein können. So ist in den Landkreisen Gütersloh und Herford die besondere Stärke der Möbelindustrie (und Holzwerkstoffindustrie) zu nennen, im Ortenaukreis liegt eine starke Position im Holzbau bzw. der Fertighausindustrie vor. Der Hochsauerlandkreis hat Schwerpunkte in der Sägeindustrie und Weiterverarbeitung, also in Produktionsschritten am Anfang der Wertschöpfungskette Forst und Holz; in Berlin ist es u. a. die hohe Anzahl von Beschäftigten im holzverarbeitenden Handwerk.

Berücksichtigt man die unterschiedliche Bevölkerungsdichte bzw. die damit zusammenhängende Beschäftigung der Gesamtbevölkerung lässt sich eine deutlich geringere Bedeutung in den Ballungszentren (z. B. in den Landeshauptstädten) als in Unter- und Mittelzentren und im ländlichen Raum erkennen.

Zum Artikel Beschäftigung in Forst- und Holzwirtschaft stabil. Regionale Darstellung zeigt die Vielfalt der Erfolgsfaktoren

Dialog auf dem 1. Deutschen Waldtag: Klimaschutz durch Holzverwendung – aktive Beteiligung durch Staat und Bürger

Am Vormittag eröffnete Bundesminister Christian Schmidt am 18.10.2016 den 1. Deutschen Waldtag in Berlin. Nach einer Keynote von Elisabeth Köstinger, Mitglied des Europäischen Parlaments sowie einer hochkarätig besetzten Podiumsdiskussion standen am Nachmittag die Walddialoge zu den drei Themen Waldnaturschutz, Holz und Sport, Erholung, Gesundheit auf dem Programm. Nach einem Impulsvortrag der Moderatoren erfolgte in drei Workshops eine Diskussion, die Grundlage für Empfehlungen für die Fachkonferenz der Leiterinnen und Leiter der Forstverwaltungen des Bundes und der Länder mit Spitzenvertretern der Verbände am nächsten Tag bildete.

Am Workshop Holz mit dem Thema „Klimaschutz durch Holzverwendung – aktive Beteiligung durch Staat und Bürger“ nahmen ca. 65 Vertreterinnen und Vertreter aus der Forst- und Holzwirtschaft und den Umwelt- und Naturschutzverbänden teil. Der Workshop wurde von Marcus Knauf moderiert; eine Parallelsession, die von Wilhelm Unnerstall moderiert wurde, beschäftigte sich unter dem Motto „Holzverwendung mit gutem Gewissen! Worauf ist zu achten?“ mit dem Thema der Zertifizierung von Holz.

Beitragsbild: Präsentation der Ergebnisse des Workshops Holz im Plenum (Foto: FNR)

Methodische Fragen zur Bewertung der Substitution fossiler Energien durch Holzverwendung

Mit dem Beitrag Assessing fossil fuel substitution through wood use based on long-term simulations haben Marcus Knauf, Rainer Joosten und Arno Frühwald methodische Aspekte bei der Bewertung der Subsitution fossiler Energien durch Holzverwendung analysiert. Der Beitrag ist in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Carbon Management erschienen.

Zur ganzheitlichen Analyse des Beitrags der Forst- und Holzwirtschaft zum Klimaschutz ist es notwendig sowohl die die Veränderung des Wald- und Holzproduktespeichers als auch die CO2-Minderungseffekte durch den Ersatz fossiler Energieträger durch die Holznutzung (Substitution) zu berücksichtigen. Für die Bestimmung der Kohlenstoffspeicher (Wald und Holzprodukte) können die Festlegungen der IPCC Good Practice Guidance for Land Use, Land Use Change and Forestry genutzt werden. Für die Bewertung der Substitution werden jeweils individuelle Annahmen getroffen, die sich heute in der Regel auf LCA beziehen und bei ökobilanziellen Vergleichen u. a. den heutigen allgemeinen Energiemix zugrunde legen. Diese Festlegung ist jedoch normativ. Es ist ebenso möglich, andere Annahmen bezüglich der Substitution zu treffen (z. B. Grenznutzenbetrachtungen). Der Beitrag geht der Frage nach, welche alternativen Annahmen bezüglich der Substitution sinnvoll sind und zeigt anhand von drei Ansätzen zur Bewertung der Substitution (Status quo, changing energy mix, marginal fossil) dass sich die Ergebnisse signifikant unterscheiden. Unterschiede zeigen sich besonders bei Langzeit-Simulationen der C-Wirkungen von Forstwirtschaft und Holznutzung. Daraus leiten sich unterschiedliche Empfehlungen ab, welche waldbauliche Strategie aus Sicht des Klimaschutzes optimal ist.