Archive for Oktober, 2016

Dialog auf dem 1. Deutschen Waldtag: Klimaschutz durch Holzverwendung – aktive Beteiligung durch Staat und Bürger

Am Vormittag eröffnete Bundesminister Christian Schmidt am 18.10.2016 den 1. Deutschen Waldtag in Berlin. Nach einer Keynote von Elisabeth Köstinger, Mitglied des Europäischen Parlaments sowie einer hochkarätig besetzten Podiumsdiskussion standen am Nachmittag die Walddialoge zu den drei Themen Waldnaturschutz, Holz und Sport, Erholung, Gesundheit auf dem Programm. Nach einem Impulsvortrag der Moderatoren erfolgte in drei Workshops eine Diskussion, die Grundlage für Empfehlungen für die Fachkonferenz der Leiterinnen und Leiter der Forstverwaltungen des Bundes und der Länder mit Spitzenvertretern der Verbände am nächsten Tag bildete.

Am Workshop Holz mit dem Thema „Klimaschutz durch Holzverwendung – aktive Beteiligung durch Staat und Bürger“ nahmen ca. 65 Vertreterinnen und Vertreter aus der Forst- und Holzwirtschaft und den Umwelt- und Naturschutzverbänden teil. Der Workshop wurde von Marcus Knauf moderiert; eine Parallelsession, die von Wilhelm Unnerstall moderiert wurde, beschäftigte sich unter dem Motto „Holzverwendung mit gutem Gewissen! Worauf ist zu achten?“ mit dem Thema der Zertifizierung von Holz.

Beitragsbild: Präsentation der Ergebnisse des Workshops Holz im Plenum (Foto: FNR)

Methodische Fragen zur Bewertung der Substitution fossiler Energien durch Holzverwendung

Mit dem Beitrag Assessing fossil fuel substitution through wood use based on long-term simulations haben Marcus Knauf, Rainer Joosten und Arno Frühwald methodische Aspekte bei der Bewertung der Subsitution fossiler Energien durch Holzverwendung analysiert. Der Beitrag ist in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Carbon Management erschienen.

Zur ganzheitlichen Analyse des Beitrags der Forst- und Holzwirtschaft zum Klimaschutz ist es notwendig sowohl die die Veränderung des Wald- und Holzproduktespeichers als auch die CO2-Minderungseffekte durch den Ersatz fossiler Energieträger durch die Holznutzung (Substitution) zu berücksichtigen. Für die Bestimmung der Kohlenstoffspeicher (Wald und Holzprodukte) können die Festlegungen der IPCC Good Practice Guidance for Land Use, Land Use Change and Forestry genutzt werden. Für die Bewertung der Substitution werden jeweils individuelle Annahmen getroffen, die sich heute in der Regel auf LCA beziehen und bei ökobilanziellen Vergleichen u. a. den heutigen allgemeinen Energiemix zugrunde legen. Diese Festlegung ist jedoch normativ. Es ist ebenso möglich, andere Annahmen bezüglich der Substitution zu treffen (z. B. Grenznutzenbetrachtungen). Der Beitrag geht der Frage nach, welche alternativen Annahmen bezüglich der Substitution sinnvoll sind und zeigt anhand von drei Ansätzen zur Bewertung der Substitution (Status quo, changing energy mix, marginal fossil) dass sich die Ergebnisse signifikant unterscheiden. Unterschiede zeigen sich besonders bei Langzeit-Simulationen der C-Wirkungen von Forstwirtschaft und Holznutzung. Daraus leiten sich unterschiedliche Empfehlungen ab, welche waldbauliche Strategie aus Sicht des Klimaschutzes optimal ist.