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Holzverwendung in Bayern und ihr postitiver Beitrag zum Klimaschutz

In der Clusterstudie Forst, Holz und Papier Bayern 2015 wurde der bayerische Holzmarkt analysiert, so dass auf dieser Basis der bayerischen Forst- und Holzwirtschaft zum Klimaschutz berechnet werden konnte. In zwei Publikationen in der Zeitschrift Forstarchiv stellen Stefan Friedrich und Marcus Knauf detailliert dar, wie auf Ebene eines Bundeslandes der Holzmarkt durch eine Holzmarktbilanz beschrieben werden kann und wie die Holzmarktbilanz als Instrument des regionalen Kohlenstoffmanagements genutzt werden werden kann.

Der Beitrag Holzbilanzen als Informationsquelle zur Holzverwendung auf Bundeslandebene am Beispiel der bayerischen Holzmarktbilanz (Friedrich/Knauf 2016) wendet die von Knauf (2015) entwickelte Holzmarktbilanz auf Ebene eines Bundeslandes an und analysiert die Herausforderungen, die bei der Holzmarktbilanzierung auf der Ebene eines Bundeslandes entstehen; es wird für Bayern jeweils eine Holzmarktbilanz für die Jahre 2005, 2010 und 2012 entwickelt. 2012 wurden 65 % des in Bayern genutzten Holzes (bei Bezug auf die Masse) energetisch verwertet, nur 35 % wurden stofflich genutzt. Dieser Anteil unterscheidet sich deutlich von den Zahlen, die in früheren Untersuchungen genannt werden (vgl. Mantau 2012 oder Gaggermeier 2014). Dieser Unterschied ist methodisch begründet und ergibt sich, weil sich die Holzmarktbilanz auf die Holznutzung am Verwendungsort und nicht wie die bisherige Bilanz für die stoffliche Holznutzung auf den Holzeinsatz in der Industrie und auf Zwischenprodukte der Fertigung bezieht.

Mit der vorgeschlagenen Methode der Holzmarktbilanzierung auf regionaler Ebene wurde ein Instrument entwickelt, das durch die Aggregation der stofflichen Verwendung mit Bezug auf das Fertigprodukt eine wichtige Information bietet, um neben Aussagen zum Holzmarkt auch den Beitrag der Holzverwendung zum Klimaschutz auf regionaler Ebene abzuleiten und eine Grundlage für eine Kohlenstoffbilanzierung der Holzverwendung auf regionaler Ebene zu schaffen. Diese Betrachtung erfolgt in dem Beitrag Holzbilanzen als Instrument der regionalen Kohlenstoffbilanzierung am Beispiel des Beitrags der bayerischen Forst- und Holzwirtschaft zum Klimaschutz“ (Knauf/Friedrich 2016). Die Analyse leitet die Veränderung des Holzproduktespeichers und die CO2-Minderungseffekte durch stoffliche und energetische Substitution aus der bayerischen Holzmarktbilanz für die Jahre 2005, 2010 und 2012 ab. Für ein umfassendes Bild des Beitrags der Forst- und Holzwirtschaft zum Klimaschutz wird die Veränderung des Waldspeichers auf Basis bestehender Untersuchungen (Ergebnisse der Bundeswaldinventur 2012 für die Jahre 2002–2012) dargestellt und in die zusammenfassende Bewertung eingebracht. 2012 lag der Beitrag der bayerischen Forstwirtschaft zum Klimaschutz bei –18,1 Mio. t CO2; die CO2-Minderung war damit um ca. 21 % größer als noch 2005. 20 % des Beitrags beruhen auf der Erhöhung des Wald- und Holzproduktespeichers, 80 % auf Substitutionseffekten. 18,1 Mio. t CO2 entsprechen 23 % der gesamten bayerischen CO2-Emissionen im Jahr 2012. Die Steigerung zwischen 2005 und 2012 ist in erster Linie darauf zurückzuführen, dass der bayerische Nettoexport von Rohholz und ein erheblicher Abfluss im innerdeutschen Handel deutlich reduziert wurden.

Beitragsbild: Stoffstrom in Bayern (vom Rohholz über die 1. Verwendung hin zur endgültigen Verwendung des Holzes)