Archive for Mai, 2016

Strategien für die stoffliche Laubholznutzung – das Forschungsprojekt LaubholzProduktmärkte

Laubbäume werden heute aus Gründen der Klimaanpassung (größere Klimatoleranz von Laubbaumarten) verstärkt in der Forstwirtschaft eingesetzt. Damit einher geht ein höherer Anfall von Laubholz bei zurückgehendem Angebot an Nadelholz. Ca. 80 % des anfallenden Laubholzes werden heute zu Brennzwecken genutzt. Auf dem Holzproduktmarkt spielt Laubholz eine untergeordnete Rolle. Dies ist erstaunlich, da Laubbäume ca. 43 Prozent der Waldfläche (bestockte Holzbodenfläche) ausmachen.

In dem Forschungsprojekt „Marktpotentiale von Laubholzprodukten aus technisch-wirtschaftlicher und marktstruktureller Sicht (LaubholzProduktmärkte)“ untersucht Knauf Consulting in Zusammenarbeit mit Professor Dr. Arno Frühwald die Marktpotenziale von Produkten, die ganz oder teilweise aus Laubholz hergestellt werden.

Das Vorhaben ermittelt zukünftige Marktpotenziale von Produkten aus Laubholz, identifiziert Produktbereiche in denen Laubholz gegenüber Nadelholz konkurrenzfähig ist oder ergänzen kann. Die Herausforderung, zukünftig mehr Laubholz und weniger Nadelholz stofflich einzusetzen, liegt in technischen (Material- und Produkteigenschaften) und wirtschaftlichen (Beschaffungspreise und Prozesskosten) Aspekten sowie in der Marktakzeptanz. Auch werden Marktbereiche erfasst, in denen Holzprodukte bisher wenig vertreten waren, die im Sinne des Nachhaltigen Bauens aber Potenziale versprechen.

Das Projekt wird vom Bundeministerium für Landwirtschaft und Ernährung (BMEL) innerhalb des Förderschwerpunkts „Nachhaltige Waldwirtschaft“ über die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) gefördert.

Projektlaufzeit: 01.04.2016–30.09.2018

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Die Holzmarktbilanz – ein Instrument zur Kohlenstoffbilanzierung

Die Holzmarktbilanz, wie sie von Marcus Knauf entwickelt wurde, bilanziert das verwendete Holz am Verwendungsort und bietet damit die Basis zur Kohlenstoffbilanzierung der Holzverwendung. In dem gerade in der Zeitschrift Forest Policy and Economics erschienenen Beitrag The wood market balance as a tool for calculating wood use’s climate change mitigation effect – an example for Germany zeigt Marcus Knauf, wie man die Holzmarktbilanz nutzen kann, um den Beitrag der Holzverwendung zum Klimaschutz zu bestimmen. Zusammen mit Inventurdaten der Waldentwicklung ist es damit möglich, den Beitrag der Forst- und Holzwirtschaft zum Klimaschutz im Ganzen für einen zu wählenden Bilanzraum (national oder regional) zu ermitteln. Die Methode und das Ergebnis werden am Beispiel Deutschlands für das Bilanzjahr 2010 gezeigt.

Aus der Holzverwendung resultiert auf Basis dieses methodischen Ansatzes für 2010 ein Minderungseffekt (Holzproduktespeicher und Substitution) von ca. 89,7 Mio. t CO2. Der gesamte Kohlenstoffminderungseffekt der Forst- und Holzwirtschaft ergibt sich als Summe der Sequestrierung im Wald und der Effekte der Holznutzung. Der Bericht zum Nationalen Treibhausgasinventar NIR (Umweltbundesamt, 2014) gibt die Gesamtemissionen aus den Wäldern für Deutschland mit –51,7 Mio. t CO2 an (Wert wurde im NIR 2016 auf 57,8 Mio. t CO2 korrigiert). In der Summe ergibt sich damit für die Sequestrierung im Wald und die Effekte der Holznutzung ein CO2-Minderungseffekt von –141,4 Mio. t CO2 (auf Basis NIR 2016: 147,5 Mio. t CO2).

Der beschriebene Ansatz, die Holzmarktbilanzierung zur Kohlenstoffbilanzierung der Forst- und Holzwirtschaft zu nutzen, ermöglicht ein kontinuierliches Monitoring der Klimaschutzleistungen der Holzverwendung.