Archive for Februar, 2016

„Clusterstudie Forst, Holz und Papier Bayern 2015“ an Staatsminister Brunner übergeben

In dieser Woche wurde die „Clusterstudie Forst, Holz und Papier Bayern 2015“ von Marcus Knauf und den anderen Autoren der Studie an Staatsminister Helmut Brunner in München übergeben.

Die Studie wurden gemeinsam von der Clusterinitiative Forst und Holz in Bayern, Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) und  Knauf Consulting durchgeführt.

In der Clusterstudie wurde die Branchenstruktur und -entwicklung der Forst- und Holzwirtschaft bzw. der Wertschöpfungskette Holz in Bayern analysiert und bewertet. Daneben wurden weitere Politikziele und aktuelle Herausforderungen wie demografischer Wandel, Energiewende, Klimawandel, ländlicher Raum und weitere Rahmenbedingungen berücksichtigt. Die Untersuchung der Branchenstruktur erfolgte auf Basis der Auswertung amtlicher Statistiken und qualitativer Analysen unter Einbeziehung der Branche.

Drei wichtige Ergebnisse der Clusterstudie sind:

1) Der Umsatz im Cluster Forst und Holz in Bayern stieg zwischen 2005 und 2013 um mehr als 32 % (jährlich um 3,3 % von 28,7 Mrd. auf 37 Mrd. Euro).

2) Die Zahl der Erwerbstätigen ging zwischen 2005 und 2013 um ca. 3 % auf 196.000 (jährlich –0,4 %) zurück.

3) Der Beitrag der bayerischen Forst- und Holzwirtschaft zum Klimaschutz (als Gesamteffekt der CO2-Reduktion aus Substitution und Kompensation) lag 2012 bei 18,1 Mio. t CO2 und stieg seit 2005 um ca. 21 %.

Auf Basis der Branchenanalyse wurde zusammen mit den Branchenakteuren die „Agenda Forst und Holz Bayern 2030“ erarbeitet. Die Agenda legt die vier Handlungsfelder 1) Rohstoff, 2) Unternehmen, 3) Markt und 4) Netzwerkbildung fest und definiert 17 Handlungsziele als Grundlage für Maßnahmen und konkrete Projekte, um die Wettbewerbsfähigkeit des Clusters Forst und Holz in Zukunft sicherzustellen.

Download: Kurzbericht der Studie

Download: Langfassung der Studie (veröffentlicht Juni 2016)

Artikel vom 26.02.2016 im Holz-Zentralblatt: „Holzbau als Zugpferd des Clusters Forst und Holz“

Artikel vom 18.03.2016 im Holz-Zentralblatt: „Agenda Forst und Holz in Bayern 2030“

Artikel vom 03.03.2016 in Heft 9 des Holzkuriers: „Bayerns Agenda“

Heft 6/2016 in AFZ-Der Wald: „Cluster Forst und Holz in Bayern“

Artikel in Heft 2/2016 LWF aktuell: „Forst- und Holzwirtschaft im Fokus“

Weitere Informationen der Clusterinitiative zur Clusterstudie

Beitragsbild: StMELF

Europas Nadelholzwälder können zum Klimaschutz beitragen – eine Antwort an Naudts et al.

Anfang Februar ist in dem renommierten Wissenschaftsmagazin Science der Beitrag „Europe’s forest management did not mitigate climate warming“ (Naudts et al. 2016) erschienen. Die Autoren stellen dabei die Kohlenstoffspeicherung als Schlüsselstrategie im Klimaschutz (vgl. die Ergebnisse der Vertragsstaatenkonferenz COP 21 in Paris) und das Forst-Management in Europa mit der Kultivierung von Nadelwäldern infrage. Der Artikel von Naudts et al. hat in den weltweiten Leitmedien eine große Beachtung gefunden.

Die Schlüsse von Naudts et al. sind weitreichend, aber weder durch den methodischen Ansatz, noch durch die Ergebnisse und deren Bewertung wissenschaftlich haltbar. Sie berücksichtigen nicht den Stand der Forschung.

Marcus Knauf und Arno Frühwald haben den Beitrag kommentiert; ihr Kommentar wurde heute als e-letter von Science angenommen und veröffentlicht. Die Kritik von Knauf und Frühwald:

1. Die Autoren blenden die historische Entwicklung die zum Waldumbau geführt hat vollkommen aus bzw. bewerten sie falsch. Nicht das Forstmanagement ist die Ursache für das Verschwinden eines Teiles der (Primär-)Laubwälder in Europa und die Umwandlung in Nadel-Wirtschaftswälder, sondern die Devastierung der Wälder mit Beginn der Industriellen Revolution, insbesondere die Landwirtschaft und der hohe Holzverbrauch für Energie, Hüttenwesen, Bergbau und Glasherstellung.

2. Die Autoren betrachten nur einen Teil der Prozesskette Forst–Holz, indem sie die Holznutzung nur über den C-Speicher Holz abbilden und nicht die Substitutionspotentiale; gleichzeitig blenden sie die höhere Holzproduktivität und stofflichen Nutzungspotenziale von Nadelwäldern aus.

3. Die positiven Effekte der Holznutzung durch Substitution fossiler Energieträger sind in der Modellierung nicht enthalten. Damit werden die Effekte der stofflichen und energetischen Substitution auf die CO2-Bilanz nicht berücksichtigt. Knauf et al. (2015) haben gezeigt, dass diese Effekte, um ein Mehrfaches höher sind als die Differenz der Speicherpotenziale von Laub- bzw. Nadelwäldern.

Bericht im Holz-Zentralblatt: „Europas Nadelholzwälder können sehr wohl zum Klimaschutz beitragen“