Vorstellung des Projekts BEKLIFUH

Am Donnerstag, 24.11.2016, wurden die Ergebnisse des Projekts „Bewertung der Klimaschutzleistungen der Forst- und Holzwirtschaft auf lokaler Ebene (kurz: BEKLIFUH)“ vor ca. 100 Teilnehmenden in Düsseldorf vorgestellt. BEKLIFUH wurde in den letzten beiden Jahren im Rahmen des Waldklimafonds gefördert. Projektpartner waren die Universität Hamburg (Weltforstwirtschaft), Knauf Consulting (Bielefeld), der Landesbetrieb Wald und Holz Nordrhein-Westfalen und der Deutsche Städte- und Gemeindebund.

In der ganztägigen Veranstaltung im Düsseldorfer Malkasten wurde am Vormittag die Rolle von Wald, nachhaltiger Forstwirtschaft und Holzverwendung im Klimawandel aus mehreren Perspektiven beleuchtet:

Als Vertreter der nordrhein-westfälischen Landesregierung sprach der Landesforstchef Hubert Kaiser (MKULNV NRW) über die Bedeutung der Forst- und Holzwirtschaft als einem Baustein der NRW-Klimaschutzpolitik. Mit dem Klimaschutzgesetz und dem nordrhein-westfälischen Klimaschutzplan, der im Dezember 2015 vom Landtag verabschiedet wurde, sieht sich NRW als Vorreiter im Klimaschutz. Hubert Kaiser stellte vor, dass die Klimaschutzleistungen der Forst- und Holzwirtschaft hierbei ein wichtiger Aspekt im Klimaschutzplan sind.

Dr. Eckhard Heuer vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) stellte den Bezug des Themas zu den internationalen Klimaverhandlungen her und arbeitete u. a. den Unterschied von der Notwendigkeit des Schutzes von Primärwäldern (zum Beispiel in den Tropen) und der Vorteilhaftigkeit des Holznutzung für den Klimaschutz in nachhaltig bewirtschafteten Wäldern heraus. Dr. Heuer präsentierte die Grundzüge des Klimaschutzplans 2050 der Bundesregierung, der bei den aktuellen Klimaverhandlungen in Marrakesch von Barabara Hendricks vorgestellt wurde. Der Klimaschutzplan würdigt (nach Überarbeitung und Anpassung des ursprünglichen Ressortentwurfs) den Beitrag der Forst- und Holzwirtschaft umfassend. Zum Abschluss gab Dr. Heuer einen Überblick über die Förderung durch den Waldklimafonds des Bundes.

Andreas Wiebe (Leiter von Wald und Holz NRW) und Bernhard Halbe (Bürgermeister der Stadt Schmallenberg und Vorsitzender des kommunalen Waldbesitzerverbandes NRW) präsentierten für ihren jeweiligen Bereich des Staatsforsts bzw. des Kommunalwalds  wichtige Aspekte des Themas Klimaschutz. Andreas Wiebe machte dabei deutlich, wie wichtig der Aspekt der Holznutzung für den Klimaschutz ist. Bernhard Halbe stellte das „Integrierte Kommunale Klimaschutz- und Klimaanpassungskonzept (IKKK)“ der Stadt Schmallenberg vor.

Dr. Marcus Knauf (Knauf Consulting) stellte als Projektkoordinator das Projekt BEKLIFUH vor und illustrierte an einem Beispielbetrieb die Möglichkeiten des Softwaretools für Forstbetriebe.

In einer Podiumsdiskussion kamen Vertreter der Forstbetriebe zu Wort (Nicole Schmalfuß, Städt. Forstamt Freiburg; Dr. Eberhard Piest, Gräflich von Spee’sche Forstbetriebe, Düsseldorf; Roland Schockemöhle, Regionalforstamt Hochstift, Bad Driburg). Mit ihnen zusammen wurde das Softwaretool in den letzten beiden Jahren entwickelt und angepasst. In der Podiumsdiskussion wurde u. a. über die Möglichkeiten gesprochen, wie das Softwaretool BEKLIFUH dazu beitragen kann, das abstrakte Thema der Klimaschutzleistung der Waldbewirtschaftung zu veranschaulichen.

Nach der Mittagspause wurde durch drei Fachvorträge das Softwaretool BEKLIFUH näher vorgestellt. Dr. Volker Mues vom Zentrum Holzwirtschaft der Universität Hamburg präsentierte die waldbauliche Simulation und Kohlenstoffberechnung mit dem Softwaretool, Dr. Marcus Knauf die Modellierung der Holzverwendung und Dr. Hans Jörg Schnellbächer zeigte die Menüführung des Tools. Die Teilnehmenden hatten die Möglichkeit mit den Referenten über ihre Fragen zu dem Tool zu diskutieren.

Das Softwaretool BEKLIFUH wird durch den Landesbetrieb Wald und Holz Nordrhein-Westfalen nach Ende der Projektlaufzeit von BEKLIFUH ab Januar 2017 verfügbar gemacht. Das Tool kann von Forstbetrieben dann kostenfrei über das Internet genutzt werden.

Eine umfangreiche Vorstellung des Projekts erschien am 25.11.2016 im Holz-Zentralblatt: Analyse der Klimaschutzleistung von Forstbetrieben. Waldklimafondsprojekt »Beklifuh« entwickelt Softwaretool zur lokalen Bewertung

Weitere Informationen zu BEKLIFUH

 

Fotos (auch Beitragsbild): Wald und Holz NRW

Beschäftigung in Forst- und Holzwirtschaft stabil

Marcus Knauf und Stefan Friedrich stellen in einem Beitrag im Holz-Zentralblatt aktuelle regionale Daten zur Beschäftigung im Cluster Forst und Holz in Deutschland und dessen Entwicklung zwischen 2011 und 2015 dar.

Die Zahl der Beschäftigten des Clusters Forst und Holz ohne Druckereien und Verlage ist bundesweit zwischen 2011 und 2015 geringfügig um 0,8 % gestiegen. Der Cluster ohne Druck und Verlage hat insbesondere von der positiven Entwicklung im Holzbau und Innenausbau mit Holz (Zimmerer und Bauschreiner) profitiert.

Die Landkreise mit der bundesweit höchsten Beschäftigung im Cluster Forst und Holz ohne Druckereien und Verlage sind: der Landkreis Gütersloh (NRW; 10.105 Beschäftigte), der Landkreis Herford (NRW; 9.106 Beschäftigte), der Ortenaukreis (BW; 8.201 Beschäftigte), der Sauerlandkreis (NRW; 7.184 Beschäftigte) und die Stadt Berlin (7.115 Beschäftigte). Diese Aufzählung der TOP-5 nach der Anzahl der Beschäftigten zeigt, dass die Faktoren für einen Erfolg des Clusters Forst und Holz sehr unterschiedlich sein können. So ist in den Landkreisen Gütersloh und Herford die besondere Stärke der Möbelindustrie (und Holzwerkstoffindustrie) zu nennen, im Ortenaukreis liegt eine starke Position im Holzbau bzw. der Fertighausindustrie vor. Der Hochsauerlandkreis hat Schwerpunkte in der Sägeindustrie und Weiterverarbeitung, also in Produktionsschritten am Anfang der Wertschöpfungskette Forst und Holz; in Berlin ist es u. a. die hohe Anzahl von Beschäftigten im holzverarbeitenden Handwerk.

Berücksichtigt man die unterschiedliche Bevölkerungsdichte bzw. die damit zusammenhängende Beschäftigung der Gesamtbevölkerung lässt sich eine deutlich geringere Bedeutung in den Ballungszentren (z. B. in den Landeshauptstädten) als in Unter- und Mittelzentren und im ländlichen Raum erkennen.

Zum Artikel Beschäftigung in Forst- und Holzwirtschaft stabil. Regionale Darstellung zeigt die Vielfalt der Erfolgsfaktoren

Dialog auf dem 1. Deutschen Waldtag: Klimaschutz durch Holzverwendung – aktive Beteiligung durch Staat und Bürger

Am Vormittag eröffnete Bundesminister Christian Schmidt am 18.10.2016 den 1. Deutschen Waldtag in Berlin. Nach einer Keynote von Elisabeth Köstinger, Mitglied des Europäischen Parlaments sowie einer hochkarätig besetzten Podiumsdiskussion standen am Nachmittag die Walddialoge zu den drei Themen Waldnaturschutz, Holz und Sport, Erholung, Gesundheit auf dem Programm. Nach einem Impulsvortrag der Moderatoren erfolgte in drei Workshops eine Diskussion, die Grundlage für Empfehlungen für die Fachkonferenz der Leiterinnen und Leiter der Forstverwaltungen des Bundes und der Länder mit Spitzenvertretern der Verbände am nächsten Tag bildete.

Am Workshop Holz mit dem Thema „Klimaschutz durch Holzverwendung – aktive Beteiligung durch Staat und Bürger“ nahmen ca. 65 Vertreterinnen und Vertreter aus der Forst- und Holzwirtschaft und den Umwelt- und Naturschutzverbänden teil. Der Workshop wurde von Marcus Knauf moderiert; eine Parallelsession, die von Wilhelm Unnerstall moderiert wurde, beschäftigte sich unter dem Motto „Holzverwendung mit gutem Gewissen! Worauf ist zu achten?“ mit dem Thema der Zertifizierung von Holz.

Beitragsbild: Präsentation der Ergebnisse des Workshops Holz im Plenum (Foto: FNR)

Methodische Fragen zur Bewertung der Substitution fossiler Energien durch Holzverwendung

Mit dem Beitrag Assessing fossil fuel substitution through wood use based on long-term simulations haben Marcus Knauf, Rainer Joosten und Arno Frühwald methodische Aspekte bei der Bewertung der Subsitution fossiler Energien durch Holzverwendung analysiert. Der Beitrag ist in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Carbon Management erschienen.

Zur ganzheitlichen Analyse des Beitrags der Forst- und Holzwirtschaft zum Klimaschutz ist es notwendig sowohl die die Veränderung des Wald- und Holzproduktespeichers als auch die CO2-Minderungseffekte durch den Ersatz fossiler Energieträger durch die Holznutzung (Substitution) zu berücksichtigen. Für die Bestimmung der Kohlenstoffspeicher (Wald und Holzprodukte) können die Festlegungen der IPCC Good Practice Guidance for Land Use, Land Use Change and Forestry genutzt werden. Für die Bewertung der Substitution werden jeweils individuelle Annahmen getroffen, die sich heute in der Regel auf LCA beziehen und bei ökobilanziellen Vergleichen u. a. den heutigen allgemeinen Energiemix zugrunde legen. Diese Festlegung ist jedoch normativ. Es ist ebenso möglich, andere Annahmen bezüglich der Substitution zu treffen (z. B. Grenznutzenbetrachtungen). Der Beitrag geht der Frage nach, welche alternativen Annahmen bezüglich der Substitution sinnvoll sind und zeigt anhand von drei Ansätzen zur Bewertung der Substitution (Status quo, changing energy mix, marginal fossil) dass sich die Ergebnisse signifikant unterscheiden. Unterschiede zeigen sich besonders bei Langzeit-Simulationen der C-Wirkungen von Forstwirtschaft und Holznutzung. Daraus leiten sich unterschiedliche Empfehlungen ab, welche waldbauliche Strategie aus Sicht des Klimaschutzes optimal ist.

Entwurf zum Klimaschutzplan 2050 in der wissenschaftlichen Analyse

Am 6. September hat das Bundesumweltministerium (BMUB) seinen Entwurf für den Klimaschutzplan 2050 der Bundesregierung vorgelegt. Marcus Knauf hat in dem Beitrag Positive Effekte der Holzverwendung nicht berücksichtigt – Entwurf des Klimaschutzplans 2050 des Umweltministeriums in der wissenschaftlichen Analyse die Annahmen und Empfehlungen des Entwurf für die Forstwirtschaft analysiert.

Der 69-seitige Entwurf fokussiert für die Forstwirtschaft ausschließlich auf die Strategie der Erhöhung des Kohlenstoffspeichers im Wald. Der Beitrag der Holzverwendung zum Klimaschutz wird jedoch unzureichend berücksichtigt. Diese unvollständige Betrachtung führt zu Annahmen und suboptimalen Maßnahmen, die die Klimaschutzleistung der Forst- und Holzwirtschaft zukünftig reduzieren. Die Annahmen des Entwurfs stehen im Widerspruch zu der Analyse im Gutachten der wissenschaftlichen Beiräte des Bundeslandwirtschaftsministeriums (BMEL) „Mehr Klimaschutz in der Land- und Forstwirtschaft sowie den nachgelagerten Bereichen Ernährung und Holzverwendung“, das wenige Tage zuvor veröffentlicht wurde.

Der Beitrag erschien im Holz-Zentralblatt.

Die Stellungsnahme des Deutschen Forstwirtschaftsrats (DFWR) zum Klimaschutzplan 2050 greift wichtige Argumente des Beitrags von Marcus Knauf auf: Stellungnahme des DFWR.

Holzverwendung in Bayern und ihr postitiver Beitrag zum Klimaschutz

In der Clusterstudie Forst, Holz und Papier Bayern 2015 wurde der bayerische Holzmarkt analysiert, so dass auf dieser Basis der bayerischen Forst- und Holzwirtschaft zum Klimaschutz berechnet werden konnte. In zwei Publikationen in der Zeitschrift Forstarchiv stellen Stefan Friedrich und Marcus Knauf detailliert dar, wie auf Ebene eines Bundeslandes der Holzmarkt durch eine Holzmarktbilanz beschrieben werden kann und wie die Holzmarktbilanz als Instrument des regionalen Kohlenstoffmanagements genutzt werden werden kann.

Der Beitrag Holzbilanzen als Informationsquelle zur Holzverwendung auf Bundeslandebene am Beispiel der bayerischen Holzmarktbilanz (Friedrich/Knauf 2016) wendet die von Knauf (2015) entwickelte Holzmarktbilanz auf Ebene eines Bundeslandes an und analysiert die Herausforderungen, die bei der Holzmarktbilanzierung auf der Ebene eines Bundeslandes entstehen; es wird für Bayern jeweils eine Holzmarktbilanz für die Jahre 2005, 2010 und 2012 entwickelt. 2012 wurden 65 % des in Bayern genutzten Holzes (bei Bezug auf die Masse) energetisch verwertet, nur 35 % wurden stofflich genutzt. Dieser Anteil unterscheidet sich deutlich von den Zahlen, die in früheren Untersuchungen genannt werden (vgl. Mantau 2012 oder Gaggermeier 2014). Dieser Unterschied ist methodisch begründet und ergibt sich, weil sich die Holzmarktbilanz auf die Holznutzung am Verwendungsort und nicht wie die bisherige Bilanz für die stoffliche Holznutzung auf den Holzeinsatz in der Industrie und auf Zwischenprodukte der Fertigung bezieht.

Mit der vorgeschlagenen Methode der Holzmarktbilanzierung auf regionaler Ebene wurde ein Instrument entwickelt, das durch die Aggregation der stofflichen Verwendung mit Bezug auf das Fertigprodukt eine wichtige Information bietet, um neben Aussagen zum Holzmarkt auch den Beitrag der Holzverwendung zum Klimaschutz auf regionaler Ebene abzuleiten und eine Grundlage für eine Kohlenstoffbilanzierung der Holzverwendung auf regionaler Ebene zu schaffen. Diese Betrachtung erfolgt in dem Beitrag Holzbilanzen als Instrument der regionalen Kohlenstoffbilanzierung am Beispiel des Beitrags der bayerischen Forst- und Holzwirtschaft zum Klimaschutz“ (Knauf/Friedrich 2016). Die Analyse leitet die Veränderung des Holzproduktespeichers und die CO2-Minderungseffekte durch stoffliche und energetische Substitution aus der bayerischen Holzmarktbilanz für die Jahre 2005, 2010 und 2012 ab. Für ein umfassendes Bild des Beitrags der Forst- und Holzwirtschaft zum Klimaschutz wird die Veränderung des Waldspeichers auf Basis bestehender Untersuchungen (Ergebnisse der Bundeswaldinventur 2012 für die Jahre 2002–2012) dargestellt und in die zusammenfassende Bewertung eingebracht. 2012 lag der Beitrag der bayerischen Forstwirtschaft zum Klimaschutz bei –18,1 Mio. t CO2; die CO2-Minderung war damit um ca. 21 % größer als noch 2005. 20 % des Beitrags beruhen auf der Erhöhung des Wald- und Holzproduktespeichers, 80 % auf Substitutionseffekten. 18,1 Mio. t CO2 entsprechen 23 % der gesamten bayerischen CO2-Emissionen im Jahr 2012. Die Steigerung zwischen 2005 und 2012 ist in erster Linie darauf zurückzuführen, dass der bayerische Nettoexport von Rohholz und ein erheblicher Abfluss im innerdeutschen Handel deutlich reduziert wurden.

Beitragsbild: Stoffstrom in Bayern (vom Rohholz über die 1. Verwendung hin zur endgültigen Verwendung des Holzes)

Strategien für die stoffliche Laubholznutzung – das Forschungsprojekt LaubholzProduktmärkte

Laubbäume werden heute aus Gründen der Klimaanpassung (größere Klimatoleranz von Laubbaumarten) verstärkt in der Forstwirtschaft eingesetzt. Damit einher geht ein höherer Anfall von Laubholz bei zurückgehendem Angebot an Nadelholz. Ca. 80 % des anfallenden Laubholzes werden heute zu Brennzwecken genutzt. Auf dem Holzproduktmarkt spielt Laubholz eine untergeordnete Rolle. Dies ist erstaunlich, da Laubbäume ca. 43 Prozent der Waldfläche (bestockte Holzbodenfläche) ausmachen.

In dem Forschungsprojekt „Marktpotentiale von Laubholzprodukten aus technisch-wirtschaftlicher und marktstruktureller Sicht (LaubholzProduktmärkte)“ untersucht Knauf Consulting in Zusammenarbeit mit Professor Dr. Arno Frühwald die Marktpotenziale von Produkten, die ganz oder teilweise aus Laubholz hergestellt werden.

Das Vorhaben ermittelt zukünftige Marktpotenziale von Produkten aus Laubholz, identifiziert Produktbereiche in denen Laubholz gegenüber Nadelholz konkurrenzfähig ist oder ergänzen kann. Die Herausforderung, zukünftig mehr Laubholz und weniger Nadelholz stofflich einzusetzen, liegt in technischen (Material- und Produkteigenschaften) und wirtschaftlichen (Beschaffungspreise und Prozesskosten) Aspekten sowie in der Marktakzeptanz. Auch werden Marktbereiche erfasst, in denen Holzprodukte bisher wenig vertreten waren, die im Sinne des Nachhaltigen Bauens aber Potenziale versprechen.

Das Projekt wird vom Bundeministerium für Landwirtschaft und Ernährung (BMEL) innerhalb des Förderschwerpunkts „Nachhaltige Waldwirtschaft“ über die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) gefördert.

Projektlaufzeit: 01.04.2016–30.09.2018

Weitere Informationen

Die Holzmarktbilanz – ein Instrument zur Kohlenstoffbilanzierung

Die Holzmarktbilanz, wie sie von Marcus Knauf entwickelt wurde, bilanziert das verwendete Holz am Verwendungsort und bietet damit die Basis zur Kohlenstoffbilanzierung der Holzverwendung. In dem gerade in der Zeitschrift Forest Policy and Economics erschienenen Beitrag The wood market balance as a tool for calculating wood use’s climate change mitigation effect – an example for Germany zeigt Marcus Knauf, wie man die Holzmarktbilanz nutzen kann, um den Beitrag der Holzverwendung zum Klimaschutz zu bestimmen. Zusammen mit Inventurdaten der Waldentwicklung ist es damit möglich, den Beitrag der Forst- und Holzwirtschaft zum Klimaschutz im Ganzen für einen zu wählenden Bilanzraum (national oder regional) zu ermitteln. Die Methode und das Ergebnis werden am Beispiel Deutschlands für das Bilanzjahr 2010 gezeigt.

Aus der Holzverwendung resultiert auf Basis dieses methodischen Ansatzes für 2010 ein Minderungseffekt (Holzproduktespeicher und Substitution) von ca. 89,7 Mio. t CO2. Der gesamte Kohlenstoffminderungseffekt der Forst- und Holzwirtschaft ergibt sich als Summe der Sequestrierung im Wald und der Effekte der Holznutzung. Der Bericht zum Nationalen Treibhausgasinventar NIR (Umweltbundesamt, 2014) gibt die Gesamtemissionen aus den Wäldern für Deutschland mit –51,7 Mio. t CO2 an (Wert wurde im NIR 2016 auf 57,8 Mio. t CO2 korrigiert). In der Summe ergibt sich damit für die Sequestrierung im Wald und die Effekte der Holznutzung ein CO2-Minderungseffekt von –141,4 Mio. t CO2 (auf Basis NIR 2016: 147,5 Mio. t CO2).

Der beschriebene Ansatz, die Holzmarktbilanzierung zur Kohlenstoffbilanzierung der Forst- und Holzwirtschaft zu nutzen, ermöglicht ein kontinuierliches Monitoring der Klimaschutzleistungen der Holzverwendung.

„Clusterstudie Forst, Holz und Papier Bayern 2015“ an Staatsminister Brunner übergeben

In dieser Woche wurde die „Clusterstudie Forst, Holz und Papier Bayern 2015“ von Marcus Knauf und den anderen Autoren der Studie an Staatsminister Helmut Brunner in München übergeben.

Die Studie wurden gemeinsam von der Clusterinitiative Forst und Holz in Bayern, Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) und  Knauf Consulting durchgeführt.

In der Clusterstudie wurde die Branchenstruktur und -entwicklung der Forst- und Holzwirtschaft bzw. der Wertschöpfungskette Holz in Bayern analysiert und bewertet. Daneben wurden weitere Politikziele und aktuelle Herausforderungen wie demografischer Wandel, Energiewende, Klimawandel, ländlicher Raum und weitere Rahmenbedingungen berücksichtigt. Die Untersuchung der Branchenstruktur erfolgte auf Basis der Auswertung amtlicher Statistiken und qualitativer Analysen unter Einbeziehung der Branche.

Drei wichtige Ergebnisse der Clusterstudie sind:

1) Der Umsatz im Cluster Forst und Holz in Bayern stieg zwischen 2005 und 2013 um mehr als 32 % (jährlich um 3,3 % von 28,7 Mrd. auf 37 Mrd. Euro).

2) Die Zahl der Erwerbstätigen ging zwischen 2005 und 2013 um ca. 3 % auf 196.000 (jährlich –0,4 %) zurück.

3) Der Beitrag der bayerischen Forst- und Holzwirtschaft zum Klimaschutz (als Gesamteffekt der CO2-Reduktion aus Substitution und Kompensation) lag 2012 bei 18,1 Mio. t CO2 und stieg seit 2005 um ca. 21 %.

Auf Basis der Branchenanalyse wurde zusammen mit den Branchenakteuren die „Agenda Forst und Holz Bayern 2030“ erarbeitet. Die Agenda legt die vier Handlungsfelder 1) Rohstoff, 2) Unternehmen, 3) Markt und 4) Netzwerkbildung fest und definiert 17 Handlungsziele als Grundlage für Maßnahmen und konkrete Projekte, um die Wettbewerbsfähigkeit des Clusters Forst und Holz in Zukunft sicherzustellen.

Download: Kurzbericht der Studie

Download: Langfassung der Studie (veröffentlicht Juni 2016)

Artikel vom 26.02.2016 im Holz-Zentralblatt: „Holzbau als Zugpferd des Clusters Forst und Holz“

Artikel vom 18.03.2016 im Holz-Zentralblatt: „Agenda Forst und Holz in Bayern 2030“

Artikel vom 03.03.2016 in Heft 9 des Holzkuriers: „Bayerns Agenda“

Heft 6/2016 in AFZ-Der Wald: „Cluster Forst und Holz in Bayern“

Artikel in Heft 2/2016 LWF aktuell: „Forst- und Holzwirtschaft im Fokus“

Weitere Informationen der Clusterinitiative zur Clusterstudie

Beitragsbild: StMELF

Europas Nadelholzwälder können zum Klimaschutz beitragen – eine Antwort an Naudts et al.

Anfang Februar ist in dem renommierten Wissenschaftsmagazin Science der Beitrag „Europe’s forest management did not mitigate climate warming“ (Naudts et al. 2016) erschienen. Die Autoren stellen dabei die Kohlenstoffspeicherung als Schlüsselstrategie im Klimaschutz (vgl. die Ergebnisse der Vertragsstaatenkonferenz COP 21 in Paris) und das Forst-Management in Europa mit der Kultivierung von Nadelwäldern infrage. Der Artikel von Naudts et al. hat in den weltweiten Leitmedien eine große Beachtung gefunden.

Die Schlüsse von Naudts et al. sind weitreichend, aber weder durch den methodischen Ansatz, noch durch die Ergebnisse und deren Bewertung wissenschaftlich haltbar. Sie berücksichtigen nicht den Stand der Forschung.

Marcus Knauf und Arno Frühwald haben den Beitrag kommentiert; ihr Kommentar wurde heute als e-letter von Science angenommen und veröffentlicht. Die Kritik von Knauf und Frühwald:

1. Die Autoren blenden die historische Entwicklung die zum Waldumbau geführt hat vollkommen aus bzw. bewerten sie falsch. Nicht das Forstmanagement ist die Ursache für das Verschwinden eines Teiles der (Primär-)Laubwälder in Europa und die Umwandlung in Nadel-Wirtschaftswälder, sondern die Devastierung der Wälder mit Beginn der Industriellen Revolution, insbesondere die Landwirtschaft und der hohe Holzverbrauch für Energie, Hüttenwesen, Bergbau und Glasherstellung.

2. Die Autoren betrachten nur einen Teil der Prozesskette Forst–Holz, indem sie die Holznutzung nur über den C-Speicher Holz abbilden und nicht die Substitutionspotentiale; gleichzeitig blenden sie die höhere Holzproduktivität und stofflichen Nutzungspotenziale von Nadelwäldern aus.

3. Die positiven Effekte der Holznutzung durch Substitution fossiler Energieträger sind in der Modellierung nicht enthalten. Damit werden die Effekte der stofflichen und energetischen Substitution auf die CO2-Bilanz nicht berücksichtigt. Knauf et al. (2015) haben gezeigt, dass diese Effekte, um ein Mehrfaches höher sind als die Differenz der Speicherpotenziale von Laub- bzw. Nadelwäldern.

Bericht im Holz-Zentralblatt: „Europas Nadelholzwälder können sehr wohl zum Klimaschutz beitragen“