Rettung

Entwurf zum Klimaschutzplan 2050 in der wissenschaftlichen Analyse

Am 6. September hat das Bundesumweltministerium (BMUB) seinen Entwurf für den Klimaschutzplan 2050 der Bundesregierung vorgelegt. Marcus Knauf hat in dem Beitrag Positive Effekte der Holzverwendung nicht berücksichtigt – Entwurf des Klimaschutzplans 2050 des Umweltministeriums in der wissenschaftlichen Analyse die Annahmen und Empfehlungen des Entwurf für die Forstwirtschaft analysiert.

Der 69-seitige Entwurf fokussiert für die Forstwirtschaft ausschließlich auf die Strategie der Erhöhung des Kohlenstoffspeichers im Wald. Der Beitrag der Holzverwendung zum Klimaschutz wird jedoch unzureichend berücksichtigt. Diese unvollständige Betrachtung führt zu Annahmen und suboptimalen Maßnahmen, die die Klimaschutzleistung der Forst- und Holzwirtschaft zukünftig reduzieren. Die Annahmen des Entwurfs stehen im Widerspruch zu der Analyse im Gutachten der wissenschaftlichen Beiräte des Bundeslandwirtschaftsministeriums (BMEL) „Mehr Klimaschutz in der Land- und Forstwirtschaft sowie den nachgelagerten Bereichen Ernährung und Holzverwendung“, das wenige Tage zuvor veröffentlicht wurde.

Der Beitrag erschien im Holz-Zentralblatt.

bildschirmfoto-2016-09-26-um-20-12-25

Holzverwendung in Bayern und ihr postitiver Beitrag zum Klimaschutz

In der Clusterstudie Forst, Holz und Papier Bayern 2015 wurde der bayerische Holzmarkt analysiert, so dass auf dieser Basis der bayerischen Forst- und Holzwirtschaft zum Klimaschutz berechnet werden konnte. In zwei Publikationen in der Zeitschrift Forstarchiv stellen Stefan Friedrich und Marcus Knauf detailliert dar, wie auf Ebene eines Bundeslandes der Holzmarkt durch eine Holzmarktbilanz beschrieben werden kann und wie die Holzmarktbilanz als Instrument des regionalen Kohlenstoffmanagements genutzt werden werden kann.

Der Beitrag Holzbilanzen als Informationsquelle zur Holzverwendung auf Bundeslandebene am Beispiel der bayerischen Holzmarktbilanz (Friedrich/Knauf 2016) wendet die von Knauf (2015) entwickelte Holzmarktbilanz auf Ebene eines Bundeslandes an und analysiert die Herausforderungen, die bei der Holzmarktbilanzierung auf der Ebene eines Bundeslandes entstehen; es wird für Bayern jeweils eine Holzmarktbilanz für die Jahre 2005, 2010 und 2012 entwickelt. 2012 wurden 65 % des in Bayern genutzten Holzes (bei Bezug auf die Masse) energetisch verwertet, nur 35 % wurden stofflich genutzt. Dieser Anteil unterscheidet sich deutlich von den Zahlen, die in früheren Untersuchungen genannt werden (vgl. Mantau 2012 oder Gaggermeier 2014). Dieser Unterschied ist methodisch begründet und ergibt sich, weil sich die Holzmarktbilanz auf die Holznutzung am Verwendungsort und nicht wie die bisherige Bilanz für die stoffliche Holznutzung auf den Holzeinsatz in der Industrie und auf Zwischenprodukte der Fertigung bezieht.

Mit der vorgeschlagenen Methode der Holzmarktbilanzierung auf regionaler Ebene wurde ein Instrument entwickelt, das durch die Aggregation der stofflichen Verwendung mit Bezug auf das Fertigprodukt eine wichtige Information bietet, um neben Aussagen zum Holzmarkt auch den Beitrag der Holzverwendung zum Klimaschutz auf regionaler Ebene abzuleiten und eine Grundlage für eine Kohlenstoffbilanzierung der Holzverwendung auf regionaler Ebene zu schaffen. Diese Betrachtung erfolgt in dem Beitrag Holzbilanzen als Instrument der regionalen Kohlenstoffbilanzierung am Beispiel des Beitrags der bayerischen Forst- und Holzwirtschaft zum Klimaschutz“ (Knauf/Friedrich 2016). Die Analyse leitet die Veränderung des Holzproduktespeichers und die CO2-Minderungseffekte durch stoffliche und energetische Substitution aus der bayerischen Holzmarktbilanz für die Jahre 2005, 2010 und 2012 ab. Für ein umfassendes Bild des Beitrags der Forst- und Holzwirtschaft zum Klimaschutz wird die Veränderung des Waldspeichers auf Basis bestehender Untersuchungen (Ergebnisse der Bundeswaldinventur 2012 für die Jahre 2002–2012) dargestellt und in die zusammenfassende Bewertung eingebracht. 2012 lag der Beitrag der bayerischen Forstwirtschaft zum Klimaschutz bei –18,1 Mio. t CO2; die CO2-Minderung war damit um ca. 21 % größer als noch 2005. 20 % des Beitrags beruhen auf der Erhöhung des Wald- und Holzproduktespeichers, 80 % auf Substitutionseffekten. 18,1 Mio. t CO2 entsprechen 23 % der gesamten bayerischen CO2-Emissionen im Jahr 2012. Die Steigerung zwischen 2005 und 2012 ist in erster Linie darauf zurückzuführen, dass der bayerische Nettoexport von Rohholz und ein erheblicher Abfluss im innerdeutschen Handel deutlich reduziert wurden.

Beitragsbild: Stoffstrom in Bayern (vom Rohholz über die 1. Verwendung hin zur endgültigen Verwendung des Holzes)

img_2836

Strategien für die stoffliche Laubholznutzung – das Forschungsprojekt LaubholzProduktmärkte

Laubbäume werden heute aus Gründen der Klimaanpassung (größere Klimatoleranz von Laubbaumarten) verstärkt in der Forstwirtschaft eingesetzt. Damit einher geht ein höherer Anfall von Laubholz bei zurückgehendem Angebot an Nadelholz. Ca. 80 % des anfallenden Laubholzes werden heute zu Brennzwecken genutzt. Auf dem Holzproduktmarkt spielt Laubholz eine untergeordnete Rolle. Dies ist erstaunlich, da Laubbäume ca. 43 Prozent der Waldfläche (bestockte Holzbodenfläche) ausmachen.

In dem Forschungsprojekt „Marktpotentiale von Laubholzprodukten aus technisch-wirtschaftlicher und marktstruktureller Sicht (LaubholzProduktmärkte)“ untersucht Knauf Consulting in Zusammenarbeit mit Professor Dr. Arno Frühwald die Marktpotenziale von Produkten, die ganz oder teilweise aus Laubholz hergestellt werden.

Das Vorhaben ermittelt zukünftige Marktpotenziale von Produkten aus Laubholz, identifiziert Produktbereiche in denen Laubholz gegenüber Nadelholz konkurrenzfähig ist oder ergänzen kann. Die Herausforderung, zukünftig mehr Laubholz und weniger Nadelholz stofflich einzusetzen, liegt in technischen (Material- und Produkteigenschaften) und wirtschaftlichen (Beschaffungspreise und Prozesskosten) Aspekten sowie in der Marktakzeptanz. Auch werden Marktbereiche erfasst, in denen Holzprodukte bisher wenig vertreten waren, die im Sinne des Nachhaltigen Bauens aber Potenziale versprechen.

Das Projekt wird vom Bundeministerium für Landwirtschaft und Ernährung (BMEL) innerhalb des Förderschwerpunkts „Nachhaltige Waldwirtschaft“ über die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) gefördert.

Projektlaufzeit: 01.04.2016–30.09.2018

Weitere Informationen

bildschirmfoto-2016-09-26-um-09-26-19

Die Holzmarktbilanz – ein Instrument zur Kohlenstoffbilanzierung

Die Holzmarktbilanz, wie sie von Marcus Knauf entwickelt wurde, bilanziert das verwendete Holz am Verwendungsort und bietet damit die Basis zur Kohlenstoffbilanzierung der Holzverwendung. In dem gerade in der Zeitschrift Forest Policy and Economics erschienenen Beitrag The wood market balance as a tool for calculating wood use’s climate change mitigation effect – an example for Germany zeigt Marcus Knauf, wie man die Holzmarktbilanz nutzen kann, um den Beitrag der Holzverwendung zum Klimaschutz zu bestimmen. Zusammen mit Inventurdaten der Waldentwicklung ist es damit möglich, den Beitrag der Forst- und Holzwirtschaft zum Klimaschutz im Ganzen für einen zu wählenden Bilanzraum (national oder regional) zu ermitteln. Die Methode und das Ergebnis werden am Beispiel Deutschlands für das Bilanzjahr 2010 gezeigt.

Aus der Holzverwendung resultiert auf Basis dieses methodischen Ansatzes für 2010 ein Minderungseffekt (Holzproduktespeicher und Substitution) von ca. 89,7 Mio. t CO2. Der gesamte Kohlenstoffminderungseffekt der Forst- und Holzwirtschaft ergibt sich als Summe der Sequestrierung im Wald und der Effekte der Holznutzung. Der Bericht zum Nationalen Treibhausgasinventar NIR (Umweltbundesamt, 2014) gibt die Gesamtemissionen aus den Wäldern für Deutschland mit –51,7 Mio. t CO2 an (Wert wurde im NIR 2016 auf 57,8 Mio. t CO2 korrigiert). In der Summe ergibt sich damit für die Sequestrierung im Wald und die Effekte der Holznutzung ein CO2-Minderungseffekt von –141,4 Mio. t CO2 (auf Basis NIR 2016: 147,5 Mio. t CO2).

Der beschriebene Ansatz, die Holzmarktbilanzierung zur Kohlenstoffbilanzierung der Forst- und Holzwirtschaft zu nutzen, ermöglicht ein kontinuierliches Monitoring der Klimaschutzleistungen der Holzverwendung.

Übergabe Clusterstudie

„Clusterstudie Forst, Holz und Papier Bayern 2015“ an Staatsminister Brunner übergeben

In dieser Woche wurde die „Clusterstudie Forst, Holz und Papier Bayern 2015“ von Marcus Knauf und den anderen Autoren der Studie an Staatsminister Helmut Brunner in München übergeben.

Die Studie wurden gemeinsam von der Clusterinitiative Forst und Holz in Bayern, Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) und  Knauf Consulting durchgeführt.

In der Clusterstudie wurde die Branchenstruktur und -entwicklung der Forst- und Holzwirtschaft bzw. der Wertschöpfungskette Holz in Bayern analysiert und bewertet. Daneben wurden weitere Politikziele und aktuelle Herausforderungen wie demografischer Wandel, Energiewende, Klimawandel, ländlicher Raum und weitere Rahmenbedingungen berücksichtigt. Die Untersuchung der Branchenstruktur erfolgte auf Basis der Auswertung amtlicher Statistiken und qualitativer Analysen unter Einbeziehung der Branche.

Drei wichtige Ergebnisse der Clusterstudie sind:

1) Der Umsatz im Cluster Forst und Holz in Bayern stieg zwischen 2005 und 2013 um mehr als 32 % (jährlich um 3,3 % von 28,7 Mrd. auf 37 Mrd. Euro).

2) Die Zahl der Erwerbstätigen ging zwischen 2005 und 2013 um ca. 3 % auf 196.000 (jährlich –0,4 %) zurück.

3) Der Beitrag der bayerischen Forst- und Holzwirtschaft zum Klimaschutz (als Gesamteffekt der CO2-Reduktion aus Substitution und Kompensation) lag 2012 bei 18,1 Mio. t CO2 und stieg seit 2005 um ca. 21 %.

Auf Basis der Branchenanalyse wurde zusammen mit den Branchenakteuren die „Agenda Forst und Holz Bayern 2030“ erarbeitet. Die Agenda legt die vier Handlungsfelder 1) Rohstoff, 2) Unternehmen, 3) Markt und 4) Netzwerkbildung fest und definiert 17 Handlungsziele als Grundlage für Maßnahmen und konkrete Projekte, um die Wettbewerbsfähigkeit des Clusters Forst und Holz in Zukunft sicherzustellen.

Download: Kurzbericht der Studie

Download: Langfassung der Studie (veröffentlicht Juni 2016)

Artikel vom 26.02.2016 im Holz-Zentralblatt: „Holzbau als Zugpferd des Clusters Forst und Holz“

Artikel vom 18.03.2016 im Holz-Zentralblatt: „Agenda Forst und Holz in Bayern 2030“

Artikel vom 03.03.2016 in Heft 9 des Holzkuriers: „Bayerns Agenda“

Heft 6/2016 in AFZ-Der Wald: „Cluster Forst und Holz in Bayern“

Artikel in Heft 2/2016 LWF aktuell: „Forst- und Holzwirtschaft im Fokus“

Weitere Informationen der Clusterinitiative zur Clusterstudie

Beitragsbild: StMELF

Img0022

Europas Nadelholzwälder können zum Klimaschutz beitragen – eine Antwort an Naudts et al.

Anfang Februar ist in dem renommierten Wissenschaftsmagazin Science der Beitrag „Europe’s forest management did not mitigate climate warming“ (Naudts et al. 2016) erschienen. Die Autoren stellen dabei die Kohlenstoffspeicherung als Schlüsselstrategie im Klimaschutz (vgl. die Ergebnisse der Vertragsstaatenkonferenz COP 21 in Paris) und das Forst-Management in Europa mit der Kultivierung von Nadelwäldern infrage. Der Artikel von Naudts et al. hat in den weltweiten Leitmedien eine große Beachtung gefunden.

Die Schlüsse von Naudts et al. sind weitreichend, aber weder durch den methodischen Ansatz, noch durch die Ergebnisse und deren Bewertung wissenschaftlich haltbar. Sie berücksichtigen nicht den Stand der Forschung.

Marcus Knauf und Arno Frühwald haben den Beitrag kommentiert; ihr Kommentar wurde heute als e-letter von Science angenommen und veröffentlicht. Die Kritik von Knauf und Frühwald:

1. Die Autoren blenden die historische Entwicklung die zum Waldumbau geführt hat vollkommen aus bzw. bewerten sie falsch. Nicht das Forstmanagement ist die Ursache für das Verschwinden eines Teiles der (Primär-)Laubwälder in Europa und die Umwandlung in Nadel-Wirtschaftswälder, sondern die Devastierung der Wälder mit Beginn der Industriellen Revolution, insbesondere die Landwirtschaft und der hohe Holzverbrauch für Energie, Hüttenwesen, Bergbau und Glasherstellung.

2. Die Autoren betrachten nur einen Teil der Prozesskette Forst–Holz, indem sie die Holznutzung nur über den C-Speicher Holz abbilden und nicht die Substitutionspotentiale; gleichzeitig blenden sie die höhere Holzproduktivität und stofflichen Nutzungspotenziale von Nadelwäldern aus.

3. Die positiven Effekte der Holznutzung durch Substitution fossiler Energieträger sind in der Modellierung nicht enthalten. Damit werden die Effekte der stofflichen und energetischen Substitution auf die CO2-Bilanz nicht berücksichtigt. Knauf et al. (2015) haben gezeigt, dass diese Effekte, um ein Mehrfaches höher sind als die Differenz der Speicherpotenziale von Laub- bzw. Nadelwäldern.

Bericht im Holz-Zentralblatt: „Europas Nadelholzwälder können sehr wohl zum Klimaschutz beitragen“

Bildnachweis: Matthias Merz/Bayern Innovativ GmbH

Holz als neuer Werkstoff – Innovationen mit holzbasierten Materialien

Mehr als 200 Teilnehmenden nahmen am 2. Kooperationsforum von Bayern Innovativ „Holz als neuer Werkstoff – Innovationen mit holzbasierten Materialien“ teil. Tagungsort war am 12.11. der Salzstadel in Regensburg.

Nach einem Grußwort des Amtschefs des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Hubert Bittlmayer referierte Marcus Knauf über wichtige Entwicklungen im bayerischen Holzbau. Die vorgestellten Ergebnisse wurden im Rahmen der Clusterstudie Forst und Holz in Bayern, die im Februar/März 2016 vorgestellt werden soll, erarbeitet. In seinem Referat fokussierte Marcus Knauf auf fünf für den bayerischen Holzbau wichtige Themen:

  1. Wohnungsbau: Das Zugpferd für den Holzbau
  2. Nichtwohnbau: Wolken am blauen Himmel
  3. In den Regionen: Die Stadt-Land-Differenz sich
  4. Holzbauvolumen: Eigenheime und Gewerbebau dominant
  5. Holzbaupotenziale: Rechnerische Potenziale und die Schwierigkeit, sie zu erschließen
Bildnachweis: Matthias Merz/Bayern Innovativ GmbH

Fotos (auch Beitragsbild): Matthias Merz/Bayern Innovativ GmbH

Zum Abschluss seines Vortrages stellte Marcus Knauf das „Handlungsprogramm Holzbau Bayern 2020“ des von der Clusterinitiative Forst und Holz in Bayern koordinierten Zukunftsnetzwerks Holzbau Bayern und dessen sieben Handlungsziele vor.

IMG_6251

Trends in der deutschen Holzwerkstoffindustrie bis 2020

Seit fast 15 Jahren ist die empirische Trend- und Zukunftsforschung in der deutschen Forst- und Holzwirtschaft ein Schwerpunkt von Marcus Knaufs Arbeit. In einem aktuellen Beitrag in Holztechnologie stellt er zusammen mit Arno Frühwald Ergebnisse einer Befragung von Experten aus der Holzwerkstoffindustrie vor, die im Rahmen des 9. Holzwerkstoffkolloquiums in Dresden erhoben wurden.

Einige Ergebnisse: Die Technologie der Herstellung wird sich nach Ansicht der Experten bis 2020 nicht grundsätzlich ändern, ebenso nicht die eingesetzten Klebstoffsysteme. Lediglich bei der Oberflächentechnologien (Direktdruck, Pulverlackierung) werden Veränderungen erwartet. Bei der Fertigungsorganisation erwarten die Experten Veränderungen, z.B. Flexibilisierung der Fertigung hin zu kleineren Losgrößen wie auch eine Erhöhung der Fertigungstiefe. Die Verknappung der Rohstoffe ist ein wichtiges Thema, dem die Branche mit verschiedenen Maßnahmen begegnen wird, z.B. Ausweitung des Einsatzes von Laubholz und weltweites Rohstoffsourcing. Der wichtigste Innovationstreiber für die Produktentwicklung in der Holzwerkstoffindustrie wird aus Sicht der Experten die Entwicklung energieeffizienter Produkte und Produktsysteme sein. Besonders sicher sind sich die Experten, dass Nachhaltigkeitsaspekte beim Bauen (insbesondere beim Nichtwohnbau) eine sehr große Bedeutung haben werden.

Der Beitrag ist als The future development of the German wood-based panel industry. Analyzing expert assessments during a German congress in 2011″ in Holztechnologie erschienen.

Rettung

Modellierung der CO2-Wirkungen von Forstwirtschaft und Holznutzung auf regionaler Ebene

Zentrale Ergebnisse der Studie „Der Beitrag des NRW Clusters ForstHolz zum Klimaschutz“ wurden in der Zeitschrift Carbon Balance and Management vorgestellt: Modeling the CO2-effects of forest management and wood usage on a regional basis.

Die Autoren Marcus Knauf, Michael Köhl, Volker Mues, Konstantin Olschofsky and Arno Frühwald ziehen in dem Artikel u.a. folgende Schlussfolgerungen:

1. Für eine vollständige Bewertung der CO2-Wirkungen der Forst- und Holzwirtschaft ist die Bewertung des Systems Wald (Speicher- und Senkenwirkung) durch die Bewertung der Holznutzung zu ergänzen. Die CO2-Emissionsminderungen durch Substitution (energetisch und stofflich) sind zu berücksichtigen.

2. Die ganzheitliche Bewertung der Klimaschutzleistung auf Basis der entwickelten Szenarienanalyse liefert Entscheidungsgrundlagen für eine klimaschutzorientierte Ausrichtung des Forstmanagements und der Holzverwendung auf der regionalen und nationalen Ebene.

3. Da die kurzfristige Betrachtung von Teilsystemen zu falschen Schlüssen führt, ist eine langfristige Betrach-tung (bis 2100, ggf. länger) notwendig; dieser Betrachtungszeitraum bildet auch die lange Entwicklungszeit von Wäldern in Folge von waldbaulichen Entscheidungen ab.

Fig1

Push statt Pull für leichte Möbel

In der Studie „lightweight.market – Analyse der Einschätzung von Verbraucherinnen und Verbrauchern zu leichten Werkstoffen im Möbelbau“ wurde von Knauf Consulting empirisch untersucht, wie Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland leichte Werkstoffe im Möbelbau und leichte Möbel beurteilen.

In zwei Zeitschriftenbeiträgen hat Marcus Knauf die Ergebnisse des Projekts nun veröffentlicht:

1) Understanding the consumer – Multi-modal market research on consumer attitudes in Germany towards lightweight furniture and lightweight materials in furniture design (European Journal of Wood and Wood Products)

2) Push statt Pull für Leichtbau (Holz-Zentralblatt)

Fazit: Das Gewicht von Möbeln ist für die Verbraucherinnen und Verbraucher beim Möbelkauf heute wenig relevant. Das Gewicht von Möbeln ist meist schlichtweg kein Thema. Relevant ist das Gewicht bei bestimmten Möbeln wie Stühlen und Matratzen, die häufig bewegt werden müssen (gerade bei älteren Menschen). Eine gesteigerte Mobilität oder ein wachsender Mitnahmehandel führen heute nicht zu einer höheren Akzeptanz leichter Möbel beim Verbraucher. Ein Pull-Effekt von Verbraucherinnen und Verbrauchern für leichte Möbel ist zurzeit nicht zu erwarten.

Wie im letzten Abschnitt ausgeführt wurde, ist das Gewicht von Möbeln für die Verbraucherinnen und Verbraucher beim Möbelkauf wenig relevant. Wenn zukünftig mehr leichtere Werkstoffe im Möbelbau eingesetzt werden, es also einen Push-Effekt der Hersteller gäbe, ist von Seiten der Verbraucher/innen eher kein Widerstand wahrscheinlich. Gegen einen Push-Effekt ist Widerstand im traditionellen Einzelhandel möglich. Dieser Widerstand lässt sich gegebenenfalls durch Aufklärung auflösen.

Die Studie wurde innerhalb des Projekts „Leichtbauoffensive OWL” der Hochschule OWL durchgeführt. Gefördert wurde das Projekt durch das Ministerium für Wirtschaft, Mittelstand und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen und die Europäische Union. Mein besonderer Dank für die gute Zusammenarbeit an Prof. Martin Stosch von der Hochschule OWL.